Herausforderungen
Urbane Mobilität im Wandel
Überspringen: Urbane Mobilität im WandelÜber die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten und der Trend zur Verstädterung hält weiter an. Der Mobilitätsbedarf wächst, getrieben durch das Wachstum in urbanen Gebieten. Der wachsende Wohlstand, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern, ermöglicht es dabei immer mehr Menschen, mit dem eigenen Auto mobil zu sein. Der Pkw-Bestand in Asien soll bis 2015 um über 40% wachsen. In Nordamerika und Westeuropa wird von einem Bestandswachstum von rund 8% ausgegangen. Weltweit soll Prognosen zufolge der Pkw-Bestand von ca. 1 Mrd. Fahrzeugen in 2010 auf ca. 1,124 Mrd. im Jahr 2015 ansteigen. Das stark auf dem Individualverkehr fußende Verkehrssystem ist nicht nachhaltig. Mehr Autos bedeuten mehr Autoverkehr und damit einhergehende Herausforderungen:
- Die Erdölabhängigkeit des Verkehrssektors (über 90% in Europa) ist zu senken. Die zunehmende Verknappung und Verteuerung von Erdölkraftstoffen sowie die sich daraus ergebenden geopolitischen Abhängigkeiten gelten als große Herausforderungen.
- Einher mit dem Kraftstoffverbrauch geht der hohe Anteil des Autoverkehrs (in Deutschland über 10%) an den gesamten CO2-Emissionen. Um den Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad zu begrenzen, sind Emissionsminderungen im deutschen Verkehrssektor von bis zu 50% bis 2030 gegenüber dem Jahr 2000 notwendig.
- Infrastrukturüberlastungen mit sinkenden Durchschnittsgeschwindigkeiten und Staus bei bereits hohem Flächenverbrauch für Straßen- und Parkraum sind zusammen mit der Überschreitung der Feinstaub- und Lärmbelastungen mittlerweile chronische Herausforderungen des Ballungsraumverkehrs.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind alternative Antriebstechnologien, wie der Elektromotor, die den Einsatz regenerativer und CO2-neutraler Energiequellen ermöglichen, ein notwendiger Bestandteil der Lösung. Die deutsche Automobilindustrie und der Standort Deutschland sind auf diese Herausforderungen vorzubereiten, um im internationalen Wettbewerb auch in Zukunft bestehen zu können.
Gleichzeitig ist dies nicht hinreichend. Den ökologischen und verkehrlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist das Konzept des automobilen Individualverkehrs des 20. Jahrhunderts nicht gewachsen. Neue Mobilitätskonzepte sind zu entwickeln, um Verkehrsmuster zu etablieren, bei denen Mobilität durch den effizientesten Verkehrsträger bzw. die effizienteste Kombination von Verkehrsträgern sichergestellt wird und der Individualverkehr sich auf eine nur ergänzende Funktion beschränkt.
Letzte Aktualisierung: 25.01.2012
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